Folgende Rezension diente als Hausarbeit im Rahmen des Ethik-Unterrichtes und wurde mit 15 Punkten bewertet.
Relativismus
Meine Rezension umfasst einen Einblick in obengenannten Artikel von Markus Stepanians, der wissenschaftlicher Assistent am Lehrstuhl für praktische Philosophie der Universität des Saarlandes ist. Der Artikel beschreibt den relativen Wahrheitsgehalt von Urteilen, deren Gültigkeit im und aus dem Zusammenhang mit unverträglichen Meinungskonflikten. Philosophie-Studenten sind die Hauptzielgruppe dieses Textes, jedoch ermöglicht der Text einen guten Einstieg in eine praktische Sicht des Relativismus und ist generell für Relativismus-Interessierte empfehlungswürdig.
Im Relativismus können Aussagen, sofern sie an eine Person gebunden sind, wahr sein, auch wenn sie in der Umgebung einer anderen Person falsch sind. Was also für den einen als wahr gilt, kann für den anderen nicht gelten. Es ergeben sich zwei Thesen: Eine Aussage kann nicht wahrer sein als eine andere. Eine Aussage kann nur innerhalb einer dazugehörigen Wahrnehmung/eines Standards wahr oder falsch sein.
Generell sagt der Relativismus aus, dass es keine Aussage gibt, die objektiv wahr ist. Nach dem Wahrheitsrelativismus ist eine Aussage immer an eine Wahrnehmung, bzw. einen Standard gebunden, der als Grundlage für die Aussage dient. Zum Beispiel findet Person A Marzipan lecker. Die Leckerheit von Marzipan braucht Kriterien um als wahr festgesetzt zu werden. Diese Kriterien finden sich in As Wahrnehmung wieder, die als Standard dient. Generell ist eine Aussage immer an Kriterien gebunden, die um die Richtigkeit entscheiden. (Für die Bewertung dieser werden wiederum Kriterien benötigt.) Gibt es eine Person B, der Marzipan nicht lecker schmeckt, kann die Wahrnehmung von B darüber entscheiden, dass As Urteil Marzipan schmecke, nicht gegensprechen, gleichzeitig aber genauso wahr sein, da Bs Urteil sich Bs und nicht As Wahrnehmung als Kriterium bedient. Nur innerhalb gleicher Kriterien kann man zwei Urteile vergleichen. So ist zum Beispiel Geld objektiv gesehen Papier, Metall oder digital nur Zahlen, jedoch haben sich Menschen auf gemeinsame Kriterien geeinigt um den Wert festzulegen. Neigungen und Tatsachen sind nur Skalengrenzen der Allgemeingültigkeit oder Logik. Objektivität z.B. durch die Physik ist relativ wahrer, da sie möglichst universal und logisch nachvollziehbar sein soll. Wiederum gibt es verschiedene Interpretationen von Vorgängen, die durch unterschiedliche Theorien untersucht werden. (Wellen-Teilchen-Dualismus bei der Lichttheorie, Relativitätstheorie, etc.) Das letzte Kriterium wäre die Logik, die wiederum auf einen Standard festgesetzt ist. Je weniger universal eine Aussage ist, desto mehr neigt sie sich der Neigung, also einer subjektiven Wahrnehmung. Der Gedankenrelativist meint sogar, dass die Streitinhalte unterschiedlich sind: „A findet Marzipan lecker“, „B ~ nicht ~“. Daher eine Kombination von Urteil und Wahrnehmung. Die Personen seien nur nicht in der Lage dies richtig zu artikulieren.
Moral in Verbindung mit dem Relativismus
Die Moral ist meiner Meinung nach eine so weit wie nötig (mit sich selbst, mit einer Gruppe von Menschen, etc.) geltende Weise zu handeln, bzw. nach Wikipedia „eine Handlungsregelung, die für eine Gesellschaft, soziale Gruppe oder ein Individuum leitend ist“. Der Sinn der Allgemeingültigkeit einer Moral ist kein Urteilskriterium, z.B. ist es moralisch gut, dass ich Müsli esse, da es mir gut schmeckt und nur einen geringen Einfluss zu dem Rest der Menschheit besitzt.
Die Allgemeingültigkeit ist bei Menschenrechten aber entscheidend für deren Wahrnehmbarkeit als richtig: Die beanspruchten Rechte sind die natürlichen Bedürfnisse des Menschen, die vom Großteil gefordert werden. Was moralisch gut ist, ist also bestimmt von den besten Auswirkungen auf die Schnittmengen der eigensgesetzten menschlichen Standards. Relativistisch betrachtet impliziert das nicht, dass das unbedingt moralisch gut ist, sondern nur, dass solche Rechte einen Versuch darstellen die größtmögliche Menge an Menschen minimal zu befriedigen (und nicht weniger und dafür in einem höheren Maße).
Kritik
Ich kritisiere besonders, dass Aussagen nicht allesamt gleich wahr sind, sondern beurteile sie und ihre Kritierien nach der Nützlichkeit. Psychologisch gesehen braucht man ja Begriffe wie falsch und richtig, um überhaupt handeln zu können. Auch die Allgemeingültigkeit ist ein Entscheidungskriterium, dass für mich eine Rolle spielt um etwas als wahr und wahrer zu werten. (Dies unterliegt wiederum der Nützlichkeit)
Kritik des Textes
Der Text hatte viele logische Beweise und Vergleiche mit anderen philosophischen Sichtweisen, die für das Verständnis des Relativismus nicht unbedingt unnötig waren jedoch kürzer oder einfacher ausgedrückt werden könnten.
Weitere Fragen
Resultiert die Allgemeingültigkeit als Urteilskriterium aus der Moral?